Der Dichter Ovid und seine Metamorphosen

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Publius Ovidius Naso

Publius Ovidius Naso wurde am 20. März 43 v. Chr. in Sulmo als Sohn eines vermögenden, römischen Ritters geboren. Seine Rhetorikausbildung, welche er ihm die Verwaltung von Staatsämtern ermöglichen sollte, erhielt er in Rom. Aufgrund fehlenden Interessens, gab er seine Ämterlaufbahn früh auf und widmete sich ganz seiner Dichtung. Zu dieser Zeit entstanden wichtige Werke, wie zum Beispiel: die fiktiven Liebesbriefe „Heroides“, die „Ars amatoria“, die „Amores“ und die „Fasti“. Durch sein Hauptwerk, die „Metamorphosen“,wurde er berühmt und zum Liebling der römischen Gesellschaft. In 15 Büchern erzählt das Epos in daktylischen Hexametern etwa 250 unterschiedliche Verwandlungsgeschichten, von der Erschaffung der Welt bis zu Caesars Aufnahme in den Himmel. Das Leitmotive, die Metamorphose und das Weiterleben in veränderter Gestalt unter Wahrung der inneren Wesensart, ziehen sich durch das gesamte Werk. Er stützte sich dabei auf stoische Vorstellungen und die Lehre des Philosophen Pythagoras von Samos:„Alles fließt, die Zeit, die Tageszeiten, Sonne, Mond, Jahr, Menschenleben
haben ihren Ablauf; die Elemente gehen ineinander über, schwinden nicht, sondern verändern sich; auch das Leben schwindet nicht, sondern die Seelen wandern und gehen von einem Körper oder einer Gestalt in einen anderen Körper und eine andere Gestalt über.“

8.n. Chr. wurde er unter Beschluss des Kaiser Augustus nach Tomis ans Schwarze Meer verbannt. Hier entstanden seine letzten Werke die „Tristien“ und „Epistulae ex ponto“, in denen er seine Ängste und Nöte thematisiert und versucht die römischen Politiker umzustimmen. Er wurde aber selbst nach dem Tod des Augustus nicht begnadigt und starb 18 n. Chr. in Tomis.