Symbole der Unvergänglichkeit
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Vanitas, Pieter Claesz

Eine besonders repräsentative Epoche für die Vergänglichkeit aller Dinge ist der Barock, wo unzählige Symbole der vanitas vorkommen. Beispielsweise sind hier der Totenkopf, ausgelöschte Kerzen, geschlossen Bücher, verwelkte Blumen, etc. zu erwähnen.
Doch der Mensch versucht der Vergänglichkeit entgegenzuwirken, indem er besondere Dinge aufbewahrt, in der Hoffnung die verlorene Person nie zu vergessen. Seit der Antike streben die Menschen nach der Unsterblichkeit, die sie nie erreichen werden. Daher wird in vielen Märchen (wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute), sowie in der Religion (Wiedergeburt) und auch im alltäglichen Leben (Schönheitsoperationen...) Unvergänglichkeit als Ziel und Traum angesehen.
Heutzutage erinnern uns auch Fotos oder andere persönliche Gegenstände eines Menschen an die verlorene (vergängliche) Person.
Deshalb wird auf Friedhöfen ein quasi unvergänglicher Grabstein angebracht und auch in der Kirche immer darauf geachtet, dass ein ewiges Kerzenlicht leuchtet.
Aber auch Sternbilder sind wichtige Zeichen der Unvergänglichkeit. Sie sind unabhängig von dem Einfluss der Natur und erleben keinen Alterungsprozess. Jeder Mensch kann diese in jeder klaren Nacht auf der ganzen Welt seit Anbeginn der Zeit bewundern und sich so an verstorbene Legenden zum Beispiel aus den Metamorphosen (Große Bärin = Kallisto) erinnern.
Aber nicht nur der Künstler Ovid machte sich und seine Metamorphosen unsterblich, da er auch heute noch wichtiger Lehrstoff in der Schule ist, sondern auch modernere Künstler, oder grundsätzlich bedeutende Personen, können sich durch herausragende Leistungen in der Geschichte festschreiben und Erinnerungen hinterlassen.
Schon immer war die Unvergänglichkeit das, was die Menschen am meisten begehrten, aber dennoch nie erreichen werden können.
Ein Ding der Unmöglichkeit.
Leider?
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Ovid Statue, Sulmona




Ovid scheint es gelungen zu sein, die Vergänglichkeit zu überwinden:


Metamorphosen, 15. Buch, Vers 871: "Nun habe ich ein Werk vollendet, das nicht Jupiters Zorn, nicht Feuer, nicht Eisen, nicht das nagende Alter wird vernichten können. Wann er will, mag jener Tag, der nur über mein Leib Gewalt hat, meines Lebens ungewisse Frist beenden. Doch mit meinem besseren Teil werde ich fortdauern und mich hoch über die Sterne emporschwingen; mein Name wird unzerstörbar sein, und soweit sich die römische Macht über den unterworfenen Erdkreis erstreckt, werde ich vom Munde des Volkes gelesen werden und, sofern an den Vorahnungen der Dichter auch nur etwas Wahres ist, durch alle Jahrhunderte im Ruhm fortleben.“