Regenia und Poseidon


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Poseidon-Rafal Tomal



Regenia, einst voll Liebe zu ihrem Liebhaber Poseidon,
doch nun allein und verlassen,
weil ihr Geliebter sie nicht lieben durfte.
Er von göttlichem Stolz,
sie von irdischer Schönheit.
Ihr Zusammensein- ein Ding der Unmöglichkeit.
Nur eine Nacht voller Liebe war ihnen vergönnt,
das jähe Ende erreichte Regenia ohne Vorwarnung.
Sie wurde ihrem Liebhaber entrissen
Vom Schicksal.
Seit Monaten sitzt sie nun da,
regungslos,
nur die Tränen fließen
gar wie ein reißender Bach.
Die Zeit vergeht,
doch der Schmerz bleibt,
und wächst zunehmend über alle Maße hinaus.
Unerträglich,
nicht mehr auszuhalten
für die zierliche Schönheit Regenia
und ihren Gott.
Schon zum Dolche greifend,
erstarrt sie plötzlich in der Bewegung.
Poseidon, spürend ihres Schmerzes,
für einen Augenblick hilflos,
weiß nun, was er zu tun hat.
Ein letztes Mal nimmt der,
durch den Liebeskummer schon so Geschwächte,
all seine Kräfte zusammen
und erbarmt sich ihrer.
Er erhebt den Dreizack,
seine göttliche Waffe,
gen Himmel
um endlich das Leid von den Schultern beider
zu nehmen.
Langsam schwindet der Körper der Regenia,
kaum sichtbar löst sie sich auf,
auf in ihren Tränen,
so salzig wie das Meer,
und steigt schwerelos empor.
Bis sie innehält als Wolke
und Ruhe findet.
Poseidon, das Schauspiel beobachtend,
schmunzelt und lässt sie zu sich kommen
in Gestalt des Regens.
Jedes Mal, wenn Regenia nun vor Sehnsucht weint,
und sich ihre Tränen
mit dem Reich des Wassergottes verschmelzen,
sind sich die beiden
für kurze Zeit wieder nah,
im ewigen Kreislauf der Natur.


gedichtet von Brigitte, Amanda, Mira, Katharina und Julia für die Ewigkeit.




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