Hyacinthus


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Hyacinthus' Verwandlung, Krauss Alexander

Apoll und sein Geliebter Hyacinthus beschlossen einen kleinen Wettstreit im Diskuswerfen zu veranstalten. Jedoch kam es während des Spiels zu einem Unfall:
Apoll, der den Diskus Richtung Hyacinthus werfen wollte, schleuderte ihn mit einem enormen Schwung in die Luft. Hyacinthus wollte ihn darauf mit voller Begeisterung aufnehmen, aber der Diskus prallte auf die Erde ab und traf ihn ausgerechnet im Gesicht. Durch den extremen Stoß wurde dieser schwerst verletzt.

"Den Leib des Zusammengesunkenen fängt er auf; bald wärmt er dich, bald trocknet
er die unheilvolle Wunde, bald hält er durch Heilkräuter die fliehende Seele auf. Doch
seine Kunst ist machtlos. Unheilbar war die Wunde!" (Metamorphosen, 10. Buch, Z 187)
Apoll, der nach diesem Unfall sehr traurig war und sich gleichzeitig auch schämte,
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Hyacinthus (Blume)

versuchte etwas Gutes daraus zu machen, indem er dem sterbenden Hyacinthus etwas versprach. Er wollte außerdem, dass Hyacinthus nach diesem peinlichen Vorfall weiterlebt, und zwar in der Musik und der Dichtung ,die immer den Schmerz des Apollons reflektieren würden.
Schließlich ließ Apoll aus seinem Blut eine Blume entstehen und er versah sie mit einem bestimmten Merkmal: Die rotsilberne Farbe auf den Blütenblättern verstärkte Apolls Schmerz und Trauer, gleichzeitig verdeutlicht sie, dass es sich hier um das Blut des Hyacinthus handelt. Anschließend fand die Markierung mit dem Trauerruf "Aiai" statt,
welche heute noch auf der Hyazinthe zu sehen ist.

"[210] ... siehe, da ist das Blut, das zu Boden geströmt war und auf den Gräsern Zeichen hinterlassen hatte, kein Blut mehr; und leuchtender als Purpur aus Tyros sprießt eine Blume auf. Sie nimmt die Gestalt an, die Lilien eigen ist; nur ist sie purpurfarben, jene aber sind silberweiß. [...] [215] Selbst schreibt er sein Seufzen auf die Blätter, die
Blume trägt die Inschrift "Aiai", und es trauert der Schriftzug."

Interpretation
In der Geschichte von Hyacinthus (Ovid, 10. Buch) ist die Unvergänglichkeit der Blumen gut erkennbar. Der sterbende Körper des Hyacinthus ist sozusagen vergänglich, doch das, was bleibt (Blume) wird bis in die Ewigkeit andauern. Eine immer wieder blühende Hyacinthe in violett- silbernen Glanz ist der Beweis für die Unvergänglichkeit seiner Schönheit und seines Daseins. Das bestimmte Merkmal der Blume, deren intensive Farbe, verdeutlicht das Blut des Hyacinthus und auch die Trauer des Apoll.